Deutsche Trilogie

ACTIO RECTA NON ERIT NISI RECTA FUERIT VOLUNTAS

Als ich das Denkmal „Die Väter der deutschen Einheit“ schuf, sprach ich der Einfachheit halber immer nur von der Trilogie.

Später gab es dann tatsächlich eine echte „Deutsche Trilogie“, sicher nicht so aufsehenerregend wie ein mitten in Berlin aufgestelltes Monument, aber von gleichem künstlerischen Rang. Ich spreche hier von drei Männern vorgerückten Alters, alle drei dem klassischen und weltumspannenden Humanismus verpflichtet:
Karl Schlecht (Karl Schlecht Stiftung),
Hans Küng (Stiftung Weltethos) und
Udo Keller (Forum Humanum).

Ich zähle die drei Porträts zu den besten meiner Karriere. Wie könnte es auch anders sein? Wie bei Ernst Jünger brennt sich der Lebenslauf eines Menschen, sobald die Sechzig einmal überschritten sind, unwiderruflich in seine Gesichtszüge ein. Außergewöhnlichen Menschen ist immer eine außergewöhnliche Ausstrahlung zu eigen, und es ist die Stärke des plastischen Porträts, diese Ausstrahlungen einfangen zu können.

Das letzte Porträt, das ich in der zeitlichen Abfolge dieser „Deutschen Trilogie“ geschaffen habe, ist das von Karl Schlecht, eines zugleich ungewöhnlich entschlossenen und sanften Mannes. Sein Werk gleicht ihm: Es vereint die Dynamik und Fähigkeit des Geschäftsmannes mit der wohlgesetzten Toleranz und Kultiviertheit des Humanisten. Dem Werk von Karl Schlecht wohnt daher die seltene Eigenheit inne, Rentabilität, Emotion, Kultur und vor allem Ehrlichkeit in sich zu vereinen, denn jedes menschliche Unterfangen, das sich allein dem Profit verschreibt, ist zum Scheitern verurteilt. Das haben uns in der Schule schon die Jesuiten auf Lateinisch beizubringen versucht:

ACTIO RECTA NON ERIT NISI RECTA FUERIT VO- LUNTAS –

Eine Handlung wird nicht richtig sein, wenn die Absicht nicht richtig gewesen ist, und zwar richtig im Sinne des menschlich GUTEN schlechthin, wie Karl Schlecht immer zu betonen pflegt.

Von oben: Karl Schlecht (Karl Schlecht Stiftung), Hans Küng (Stiftung Weltethos) und Udo Keller (Forum Humanum)